+++ Part 1 +++

Jungmannschaft x Dolomiten = Chaos³

Nachdem wir uns im Kaiser und am Schleier warm geklettert hatten, machten wir uns um Sonntag auf Richtung Civetta. Auf  dem Weg dorthin, wurden wir vom Sella-Pass so in den Bann gezogen, dass wir dort sofort einen Zwischenstopp einlegten. Unsere Kletterbibel ´´im extremen Fels´´ gab uns dazu gleich die passenden Informationen und wir kletterten am Tag darauf die ´´kleine Micheluzzi´´ am Piz de Ciavazes, die alles andere als extrem ist. Diese bot uns mit ihrem kurzem Zustieg und der guten Absicherung einen guten Start für unsere Dolomiten-Woche. Nach der Tour ging´s zum Shoppen nach Canazei. Nachdem wir Bier, Lebensmittel, und gemütlichere Kletterschuhe für Lorenz gekauft hatten, ging‘s zum Parkplatz Pala-Favera. Nach einem klassischen Van-Life Abend und der üblichen Packerei, machten wir uns am nächsten Tag an den südseitigen Zustieg zum Rifugio Coldai, bei dem wir auf einen obligatorischen Espresso einkehrten. Kurz darauf gelangt man absteigend zum Coldai See und angenehm kühl unter die Civetta Nordwand. Wo wir zum ersten Mal auf den Torre Valgrande mit seiner geradlinigen Rissverschneidung blickten. Nachdem wir unter einem Schneefeld hindurch gekrochen sind, geht es seilfrei den Vorbau empor. Der Einstieg sowie der gesamte Tourenverlauf sind nicht zu übersehen. Eine 300m lange senkrechte Rissverschneidung, die sich überall gut mit Friends und Keilen absichern lässt.  Bei der Schlüsselstelle - ein überhängender Riss (8+) fackeln wir nicht lange und greifen sofort zur Steigleiter. Zum Ende wechselt der Fels vom typischen Dolomitgestein zu grauen, festen und rauen Fels und bietet zum Abschluss noch schönste Genusskletterei.  Nach einem schrofigen Abstieg und einem unheimlichen Abseilstand, an zwei nach oben geschlagenen Haken, standen wir schon an der Coldai Hütte. Bei der wir uns ein Bier verdient hatten.

Am gleichen Abend, machten wir uns auf den Weg ins Gadertal um am Heiligkreuzkofel den Mittelpfeiler zu klettern. Da wir uns den Zustieg mit der Seilbahn verkürzen wollten, frühstückten wir ausgiebig und ließen es gemütlich angehen. Trotz Seilbahn, aber auf Grund von mehreren Verhauern schafften wir es erst gegen 12:30 Uhr den Einstieg zu finden. Daher beschlossen wir es heute sein zu lassen und den Tag als Ruhetag zu verbuchen. Dies besiegelten wir mit einem Bier auf der Heiligkreuzkofel-Hütte.  Aufgrund unseres Misserfolges, musste am nächsten Tag unbedingt noch ein Klassiker her. Da der Tofana-Pfeiler direkt ums Eck liegt, war die Entscheidung schnell getroffen. Um 6 Uhr starteten wir bei der Dibona Hütte und kletterten nach kurzem Zustieg schon die ersten Rissverschneidungen empor. Auf Grund unseres schlechten Topos verirrten wir uns in eine der modernen Bohrhakenrouten, was wir aber durch einen Pendelabseiler korrigieren konnten. Glücklicherweise trafen wir dann auf eine Seilschaft, die über den Routenverlauf wohl besser Bescheid wusste als wir und denen wir nur noch folgen mussten.

Die Tour führte noch über ein paar klassische Riss-Überhang-Verschneidungs-Kamine, die die Schlüsselstelle darstellten. Danach lehnte sich die Wand zurück, sodass wir genüsslich über leichte Längen zum Ende klettern konnten. Da wir uns abends schon an den Zinnen verabredet hatten, konnten wir unsere Wegweiser nur auf ein schnelles Bier einladen und machten uns im Anschluss auf den Weg nach Cortina.

Korbi R.

 

                                

                                

+++ Part 2 +++

Dolomiten Wochenende

Bei bestem Wetter kletterten wir am ersten Tage einen Alpinen Klassiker am Preußturm, um uns an den Fels und die Absicherung in den Dolomiten zu gewöhnen. Die Cassin eignete sich perfekt und so waren wir flott ohne Probleme durch die Tour geklettert und nutzen den Tag noch um ein wenig umher zu wandern und die traumhafte Kulisse der Drei Zinnen zu genießen. Doch unser eigentliches großes Ziel an den Dolomiten war die „Hasse-Brandler“. Wir hatten beide großen Respekt vor der Absicherung und den klettertechnischen Schwierigkeiten, vor allem im steilen Bereich, der auch leider oft ein wenig nass ist. Deshalb suchten wir noch den Einstieg und begutachteten die Route schon von unten und der Ferne. Alles war perfekt vorbereitet, doch leider machte uns verschmutztes Wasser einen Strich durch die Rechnung.

Am nächsten Tag legte sich der Korbi zum Regenerieren in den Bus und konnte so zumindest von der Tour träumen. Ich nutzte das schöne Wetter und beschloss die traditionelle Dolomitenwanderung über die alten Kriegssteige zu machen. Korbi fühlte sich am Abend auch wieder fit genug um weiterzufahren. Nach einem Apothekenbesuch und einem kleinen Abendessen in Cortina d'Ampezzo beschlossen wir uns den anderen Jungmannschaftler, die auch zufällig in der Gegend waren, anzuschließen.

Wir trafen uns an den Cinque Torri und kletterten noch auf einen der Türme über eine selbstdefinierte Route. Da der Andrang auch hier bei schönem Wetter immer groß ist und wir natürlich ungeduldig und klettermotiviert nicht warten wollten, legten wir unsere eignen Sicherungen und kletterten auf einen der eindrucksvollen Türme. Da noch genügend Zeit war, kletterten wir noch eine etwas schwerer Mehrseillänge auf den großen Turm.

So ging das Dolomitenwochenende schon wieder viel zu schnell zu Ende. Doch allzu lang wird es nicht dauern, denn unser eigentliches Ziel die Route „Hasse-Brandler“ wartet noch darauf geklettert zu werden.

Bericht von Tina Blümlhuber

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+++ Part 3 +++

Sportkletterurlaub in den Dolomiten

Es ist August, Haupturlaubssaison und die Sonne brennt vom Himmel. Gerade habe ich meinen Bruder am Parkplatz der Kürsingerhütte abgesetzt, damit er dort seiner Bergführertätigkeit nachgehen kann. Ich habe mich entschieden zum Rest der Jungmannschaft aufzuschließen, welche Tags zuvor zum Sportklettern Richtung Cortina gezogen ist. Ob das eine gute Entscheidung war weiß ich gerade nicht mehr so wirklich.

Sportklettern in den Dolomiten bei dieser Hitze? Alles mit Touristen überflutet. Mal schauen was das wird.

Als ich Joshi, Uli und Simon, mit einer Südwand oberhalb des Düresees kämpfend, auffinde kommt bald auf, dass auch der Simon schon nicht mehr so überzeugt ist. Bald ist er mit mir beim Baden und beim Cappuccino danach dauert es nicht lange, bis wir in Gedanken im alpinen Mehrseiler an den Zinnen hängen. Etwas Überzeugungskunst, ein gutes Abendessen und eine chaotische Nacht später geht über den Zinnen gerade die Sonne auf und wir machen uns samt Lorenz, der komischerweise auf einmal auch von der Partie ist, zum Preußturm auf, an dem die Tina und der Korbi R. schon die Cassin klettern. Was will man mehr? Mit einem Haufen Chaoten samt einem militanten Sportkletterer am Seil im Preußkamin hängen, während einem Steine auf den Kopf fallen und manchmal auch Italiener. Am Gipfel treffen wir noch die Kathi, die hier gerade zur Entspannung nach der Cassin an der westlichen Zinne ist. An den Drahtseilen der Nerven vom Uli seilen wir uns dann alle durch den brüchigen Kamin ab und verbringen den Abend mit ratschen, Essen und warten bis die blöde Schranke aufgeht, bis wir uns am nächsten Morgen in Cortina wiederfinden, der Lorenz ist leider wieder weg, Tina und Korbi auch L. Schon nachmittags um ca. halb drei beginnen wir mit dem Zustieg zur nächsten Kletterei. Glücklicherweise befinden wir uns inzwischen am Rifugio Cinque Torri und die Kletterei an den Cinque Torri, genauer gesagt am südlichen Torre Grande. Kaum stehen wir am Einstieg der Dimai Führe fällt dem Uli eine Salve Steine auf den Kopf. In großer Sorge um seine geschundenen Nerven stürmen wir in den Überhang der fünften Seillänge, das tut denen in der Regel recht gut. Oben dann wunderbare Abendstimmung mit toller Sorge um das „heil wieder runterkommen“. Wieder seilen wir an den Nerven vom Uli ab, die bleiben allerdings nach der ersten Länge gleich mal hängen und zwingen mich wieder rauf zu klettern um sie möglichst schonend runter zu bekommen. Anbei findet man ein Bild der Abseilaktionen zur Veranschaulichung der Stimmung. Am Abend tauchen auch Tina und Korbi wieder auf, Korbi ist wohl in der Nacht fast gestorben und das nicht, weil ihm Steine auf den Kopf gefallen wären.  Neuer Tag neues Glück. Es dauert in etwa 100 Schritte in Richtung Torre Grande bis die Nerven vom Uli reißen. Erst nach einigen Minuten gebündelter Überzeugungskraft sehen wir ein, dass es nichts hilft und der Simon erklärt sich bereit eine sau schware Plaisiertour mit’m Uli zu klettern. Der Rest der Gruppe macht sich auf, um derweilen mit einer Rießengaudi kreuz und quer über den Torre Romana zu klettern. Zum Abschluss dann nochmal auf den Torre Grande (diesmal auf der anderen Seite des großen Kamins) und dann ganz schnell wieder runter und jetzt muss ich auch aufhören, weil ich meinen Bruder retten muss…

Bericht von Robert März

 

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